Nur ein Job

Erst als er dann im Hotelzimmer saß und begriff wie er in Mitten dieser gigantischen Metropole doch einsamer war als jemals zuvor, stellte er seine Beziehungen in Frage. Plötzlich gewann das bislang scheinbar triviale Geplänkel mit Nachbarn und Bekannten an Bedeutung. Er schätzte die gemeinsame gewohnte Sprache und die Verlässlichkeit der rituellen Kurzkontakte. Hier war alles anders. Obwohl er mehr Menschen sah, mehr Autos hörte und überall Achtung erfuhr, wurde ihm schnell deutlich, dass er hier nicht her gehörte. Seltsam was für Manieren die Menschen hier an den Tag legten, merkwürdig was hier gegessen wurde und erstaunlich wie unterschiedlich alles war im Vergleich zu Europa. Er hatte sich nie die Gedanken in diesem Ausmaß davor gemacht. Dachte er würde mit der Geschäftsreise einfach nur einen Job machen, so wie sonst auch. Würde ein paar coole technische Gadgets kennen lernen und danach stolz seinen Freunden und seiner Familie von den Erfahrungen berichten. Doch nun saß er hier, blickte über die Skyline, welche gerade noch so durch den dichten Smog zu erkennen war. Er vermisste seine Freundin. Freute sich auf zuhause und war mehr als erleichtert zu wissen, dass er aus einer anderen Welt kam.

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Große Haie, kleine Fische

Willst du im Leben was erreichen, findet sich ein Weg dafür. Make your dream come true und am besten noch in Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das gilt besonders im hier und heute, wo Schulbildung, Fremdsprachenkenntnisse und globale Vernetzung an der Tagesordnung neben Demokratie und Frauenrechte Continue reading

Freiheitsliebend

Nur der Horizont zeigt das Ende und mit jeder Meile beginnt auch er sich fortzubewegen. Mein Bike brummt gleichmäßig, bei konstanter Geschwindigkeit lassen wir die Welt an uns vorbeiziehen. Jeder Leitpfosten rast an uns vorbei, der Grünstreifen so schnell, dass die Grashalme zu einem grünen Teppich verbunden werden. Schon Stunden sind wir unterwegs, die alte Harley und mich auf ihrem Rücken. Wie die Zeit vergeht. Ohne Ziel bin ich gestartet einfach raus – weg, das Gepäck für ein paar Tage aufgeschnallt gilt es nun in der Freiheit etwas Ruhe zu finden. Ruhe um Nachzudenken, wo der weitere Weg hinführen mag. Entscheidungen wollen getroffen werden und der Holzweg verlassen. Es muss weiter gehen. Doch zum Überlegen benötige ich einen Ausflug mit der Harley. Die alte Dame war immer für mich da, wenn ich raus musste. Auch jenseits von jeglicher Zivilisation draußen in den Steppen hat sie mich nie im Stich gelassen. Die Einsamkeit in meinem zuletzt erlebten gefangenem Leben ist so viel höher wie hier in der Freiheit. Ohne Rast und Ziel nehme ich mir die Zeit die benötigt wird. Die Kilometeranzeige läuft und wird immer höher. Sie beweist, dass ich mich noch bewegen, wenn gleich ich automatisch fahre gar nicht mehr weiß wie weit es noch ist. Der Highway scheint unverändert seit 2 Stunden, die Straße erbarmungslos gerade und der Motor brummt monoton. Meine alte Dame trägt mich tapfer auf dem Rücken, das teils abgeranzte Leder der Sitzbank zeugt von unserer 20jährigen Beziehung. Meine alte Dame ist die einzige der ich treu bleiben werde, ist sie doch mein Schlüssel für die Freiheit.