Geliebt- Vermisst- Gefunden?

Am 03. April 2014 ist ein kleines schwarzes Katerchen geboren. Seine Besitzer verkauften die Geschwister, nur das Katerchen wollte niemand haben und auch seine Mama wollte ihn nicht mehr säugen. Da wir zwar schon eine Katze von der Tierschutzstelle hatten, aber diese recht unkompliziert war und sich sicher über Gesellschaft freute, haben wir den Kleinen abgeholt und er ist bei uns mit gerade mal 6 Wochen eingezogen. Da seine Mama ihn schon eine Weile nicht mehr gepflegt hatte und die Vorbesitzer weder Entwurmung noch Tierarzt, war die erste Zeit etwas aufregend. Mit einem angefeuchteten Waschlappen haben wir ihm beigebracht wie man sich putzt, die Kittenmilch schleckte er ganz fleißig und die schon vorhandene Katze spielte auch mit ihm- nur wenn er es zu bunt trieb ging sie ihm aus dem Weg. Der kleine Kater wurde größer und nach ein paar Wochen durfte er das erste Mal zusammen mit uns in den Garten. Ganz an uns orientiert blieb er immer in der Nähe und erkundete langsam die Welt. Auch unseren Umzug in ein Haus mit noch mehr Platz direkt am Waldrand, die Kastration mit 5 Monaten und vor Allem die Vergesellschaftung mit einem Husky meisterte der prächtige Kerl mit Bravour. Obwohl er nie der große Schmuser war kuschelte  er sich manchmal am Abend auf meinen Schoss und schnurrte ganz laut. Der Husky wurde zum besten Freund, das Hundekörbchen wurde dem Kater überlassen, der Husky schlief daneben. Der Kater lernte “Sitz” und konnte Apportieren. Beim täglichen Spaziergang mit dem Hund begleitete er uns, nur wenn es sehr heiß war, miaute er und wollte das letzte Stück getragen werden. Doch die 6 km lange Strecke liefen wir fortan täglich gemeinsam. Der Kater war ein stattlicher 5 Kilo Kater, mit bester Gesundheit, ein ausgezeichneter Jäger (Libellen, Amseln, kein Problem) und beeindruckte Gäste mit seinen charmanten Kunststückchen. Ganz gegensätzlich zu der Erstkatze (mittlerweile 5 Jahre alt), war er nicht scheu und katzenhaft sondern eher wie der Hund neugierig und unerschrocken.

An einem Freitag Morgen im November 2016 ist seine offene neugierige Art ihm zum Verhängnis geworden. Bei den Nachbarn war der Handwerker da und die Tür des Transporters stand einladend offen. Der kleine Mann kletterte neugierig hinein und wurde beim Schließen und wegfahren nicht bemerkt. 10 km entfernt sprang er schnell aus dem Transporter hinein in die unbekannten Wiesen und Wälder.

Derweil suchten wir ihn und waren schon besorgt als er weder zum Spaziergang noch zum Abendessen kam. In der Nachbarschaft fragten und suchten wir nach ihm und ein Hinweis führte erst am kommenden Montag zu der Handwerksfirma. Erst ein klärender Anruf mit der Sekretärin ergab, dass unser kleiner schwarzer Freund tatsächlich dort ausgestiegen ist. Mit dem Auto rasten wir an Ort und Stelle wo unser Kater vor 3 Tagen aus dem Transporter gehüpft ist. Alle Nachbarn des sehr kleinen Örtchens sowie die umliegenden Bauernhöfen suchten wir auf, doch niemand hatte den Kater gesehen. Unsere Suchaktion wurde mit Plakaten, Internet- und Zeitungsannoncen, Tierarzt-/Tierheimkontakten und nächtlichen Spaziergängen mit Futterdosengeklapper erweitert. Lange Zeit gab es keine Reaktion und bei jeder schwarzen Katze im Umkreis von 30 km hielt ich an, sprang aus dem Auto und dachte es könnte unser Kater sein. Als wir kontaktiert wurden und ein Katzenfinder angab er habe unseren Kater gefunden, könnte die Tattoonummer aber nicht eindeutig identifizieren dachte ich er wäre es, fuhr in Windeseile die knapp 10 km östlich und fand eine schwarze Katze vor. Unser Kater wurde nicht gefunden. Auch die zwei anderen Menschen die sich bei uns gemeldet haben, wurden aufgesucht ganz schnell, voller Hoffnung, Leckerlies und dem Transportkorb. Leider ist unsere Suche bis heute vergeblich.

Das Gefühlschaos von Hoffnung zur Enttäuschung strapazierte uns und im März entschloss ich mich dazu nicht mehr aktiv mich zu freuen sobald sich jemand meldet, sondern misstrauisch zu bleiben, damit ich mich etwas schützen kann. Als absoluter Hundefan, waren die Katzen für uns eher zufällige Begegnungen, nie hätte ich gedacht, dass mir Katzen so ans Herz wachsen werden, zumal sie sehr viel unabhängiger und weniger treu als Hunde gelten. Heute weiß ich, dass ich dennoch meinen Kater als Mitglied unseres Haushaltes angesehen habe, ich hoffe er hat ein schönes neues Zuhause vielleicht in einem der Bauernhöfe gefunden, muss weder hungern noch frieren. Doch innerlich bleibt die Hoffnung dass wir ihn vielleicht doch eines Tages wieder finden. Er bleibt in meinem Herzen.

lunatic asylum

Irrenanstalt, Geschlossene, Klapse, Nervenklinik,.. die Liste der umgangssprachlichen Bezeichnungen für psychiatrische Kliniken ist lang und kreativ, vor allem steckt dahinter jedoch ein Bild der Abnormalität, vollkommen anderen Verhaltensweisen und Reaktionen der dort behandelten Menschen. Zum Teil geht es soweit, dass Menschen in Psychiatrien entmenschlicht werden, als ob sie durch eine Krankheit ihre Gehirne, Herzen und Seelen verloren hätten. Continue reading

Chaosmagnet

Erst fällt das Handy in die Toilette, dann wird der Geldbeutel im Laden vergessen, das Auto will nicht mehr und es scheint als ob das Pech nicht größer sein könnte. Aber schlimmer geht immer: Die weiße Leinenhose bekommt um 8 Uhr einen Kaffee fleck, auf der Heimfahrt schlägt der Blitzer in der 30ger Zone zu. Es gibt Tage die machen einen einfach fertig. Was bringt das Ärgern und Verzweifeln, ist man schon genug am Leiden. Stattdessen kann mans sportlich nehmen, endlich daheim, Bikini an, ab in den Pool, da gibt es kein Problem!

Nimmersatt

Die kleine Raupe Nimmersatt isst und isst jeden Tag und das Hungergefühl hält gar nicht lange an. Sie braucht immer mehr und ist schließlich mehr und gedeiht zu einer großen dicken Raupe die gerade noch so auf die Buchseiten passt. Was im Kinderbuch noch mit einem Happy End, mündend in die Entwicklung in einen wunderschönen Schmetterling endet ist in der Realität gar nicht so lustig. Continue reading

Prüfungsangst

Wie zweimal im Jahr hat sich bei mir das Prüfungsfieber wieder ausgebreitet. Jede Lerngruppe, jedes mal Zusammenfassungen durchlesen, jede fiktive Klausursituation, jedes weitere beschriebene Blockblatt, jede neue Skizze, jedes mühsam erarbeitete Schaubild der miteinander verknüpften Prüfungsinhalte, jedes ergänzende Youtube Video und alle anderen Bemühungen gehen einher mit der Hoffnung an den Punkt Continue reading