Co-Abhängigkeit und Akzeptanz bei Angehörigen von psychisch Erkrankten

Es gibt Momente, in denen es schwer fällt das Gegenüber zu akzeptieren. Das Gefühl dabei ist zwei gespalten, einerseits fühlt man sich unverstanden, scheint nicht durchzudringen und andererseits ist es schwer mit anzusehen wie das persönliche Verderben bewusst angestrebt wird. Die Autonomie sowie menschliche Freiheit in der Meinungsbildung und der Wahl des angestrebten Lebens kennzeichnet unser freies Menschenbild, wovon die Verfassung zeugt. Für die Mehrheit aller Menschen mag die Selbstfürsorge und auch das reflektierte Verhalten  in Anbetracht der eigenen Grenzen nicht nur sinnig sein, sondern das Leben erst so richtig lebenswert machen. Dann gibt es aber auch (zeitweise) die Personen, die dies nicht mehr umsetzen können und im Zuge ihrer Freiheiten tiefgehende zukunftsträchtige Fehlentscheidungen treffen. Doch wer mag beurteilen was eine solche Fehlentscheidung ist und ob die Person davor bewahrt werden muss/ kann. Die schwimmenden nicht nähers definierbare Grenzen bis auf die absolute Zuspitzung im Falle der unmittelbaren Fremd-/Eigengefährdung bietet den juristischen Rahmen. Was aber mit dem chronisch Abhängigen, der immer wieder durch seine Erkrankung kriminell wird, im Rauschzustand Schaden anrichtet und trotz körperlichen Leiden wie Hepatitis und massiven Schlafstörungen mit Drogen jongliert als wären sie ganz oben in der Ernährungspyramide? Ob Angehörige, Befreundete, Professionelle oder auch besorgte Nachbarn: wir müssen lernen los zulassen. Uns nicht selbst die Schuldfrage stellen sondern stattdessen konstruktiv Hilfe leisten indem wir Konsequent und nicht Co- Abhängig agieren. Die Schulter und offene Tür anbieten, ohne enttäuscht zu sein, wenn diese zugunsten der nächsten Party eiskalt ignoriert wird. Schon im professionellen Setting gibt es teilweise Situationen mit Patienten die einen berühren, in denen die Abgrenzung trotz all der Teams, Weiterbildungen und Supervision nicht so easy gelingen will. Hart muss es für Angehörige sein, deren Beteiligung im persönlichen Bereich anzusiedeln ist. Euch mag ich dazu ermuntern und raten, den professionellen Kontakt herzustellen. Euch Sicherheit bei Beratungsstellen und in Selbsthilfegruppen holen. Euch vergewissern zu lassen, dass es nicht eure Schuld ist, dass der Sohn Drogen nimmt und die Tochter Magersucht hat. Euch darin schulen zu lassen, die Erkrankung für das Familiensystem zu akzeptieren, Rücksicht zu nehmen, ohne alles um die Krankheit herum aufzubauen. Euch Entlastung zu suchen, damit ihr wieder powern könnt, ohne selbst ebenfalls in die Depression zu rutschen. Traut Euch, es wird sich lohnen!

 

Was sind Eure Gedanken/ Erfahrungen bei diesem Thema? Wie gelingt es Euch, euch von anderen abzugrenzen? Ich freue mich über eure Beteiligung zu diesem spannenden Thema 🙂

 

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