Macht der Gewohnheit

Kaffee und Kippe,

Umarmung zum Hallo sagen: Rechter Arm etwas oberhalb dem linken,

Einschlafen auf der linken Seite gedreht in Embryonalstellung,

Kaffee mit einem Schuss Milch- bloß nicht zu viel aber ohne Milch ungenießbar,

Schnitzel mit Ketchup und Mayo,

Eis in der Waffel und beim Schlecken möglichst lange und gleichmäßig am Rande im Kreis vorarbeiten,

Der Gutemorgen-, Tschüss- und Hallokuss beim Liebsten, auch wenn die Stimmung im Moment nicht gerade die prickelnste ist,

In den Urlaub grundsätzlich mehr mitnehmen als man braucht und dennoch alles waschen wenn man wieder daheim ist,

Das ich dich auch am Ende des Telefonates.

Es gibt Dinge die schleichen sich ein, manche mehr oder weniger bewusst. Verhalten oder auch Denkweisen die sich selbstverständlich und normal anfühlen. Erst wenn man jemand begegnet, der das anders macht, fällt es einem vielleicht auf, wie man fast schon zwanghaft auf gewisse Reize reagiert. Man Handelt ohne zu denken, obwohl man fest davon überzeugt ist, nicht gerade eine abwesender roboterhafter und vor allem vorhersehbar agierender Mensch zu sein. Momente die uns genau das wiederlegen tauchen auf und bringen uns zum Nachdenken und vielleicht auch zum Schmunzeln. So ist der heutige Bäckerbesuch anders abgelaufen als sonst:

Hallo was darfs sein?

-Vier Körnerbrötchen und ein Baguette bitte

Darfs sonst noch was sein?

-Nein danke, ist alles.

Fünfeurodreiundzwanzig

-Fünfdreizig. Dankeschön

Danke

-Einen schönen Tag noch

Ihnen auch

-Ebenfalls.

In dem Moment hab ich die Dopplung gar nicht wahr genommen, der neue Kunde wurde schon bedient und während ich zum Parkplatz lief musste ich feststellen, dass ich wohl nicht ganz bei der Sache war.