Ausnahmefälle

Manchmal da braucht es überraschend wenig. Manchmal fällt es richtig leicht, mir zu erlauben zu sein, wer ich bin. Zu Akzeptieren, dass mein Schweinehund Schokolade der gesunden Ernährung vorzieht, das Rumlümmeln viel lieber mag als täglich die 10.000 Schritte, die ich mir bei Anschaffung des Fitnessarmbandes (Teufelsteil) täglich vorgenommen habe. Manchmal einfach essen solange es schmeckt, Nachschlag schöpfen einfach weil die Soße ,,zum Reinliegen ist” und die Bikinifigur dabei total in den Hintergrund rücken lassen. Manchmal gelingt es mir sogar mich trotz unbegründet mieser Laune innerlich anzunehmen und Verständnis für mich auf zubringen (okay die Hormone fahren eben grade Achterbahn und die Arbeitswoche war hart). Manchmal lasse ich das enge Oberteil an, auch wenn nach dem Essen ein kleines Bäuchlein sichtbar wird und es stört mich nicht – schließlich passiert das jedem nach einem üppigen Essen. Manchmal küsse ich ihn am morgen noch vor dem Zähneputzen und freue mich einfach nur über die Vertrautheit statt mir Gedanken über morgendlichen Mundgeruch zu machen. Manchmal da schau ich mich im Spiegel an und finde mich gar nicht so unansehlich – geschminkt sogar ganz gelungen. Manchmal da bin froh ich zu sein.

Komisch, dass beim Schrieben wie formulieren ich mir schon wieder Gedanken über richtig und falsch mache. Wird es uns doch beigebracht stets bescheiden zu sein und lieber ein bisschen mehr über das eigenen Aussehen, die Unfähigkeit und all den Dingen die uns nicht Gelingen zu debattieren, als uns anzunehmen. Das Schizophrene dabei ist doch, wenn ich ständig darüber lamentiere wie unzufrieden ich über meine Haarstruktur und -Farbe bin, dann verinnerliche ich es so bis ich es auch wirklich so fühle. Dann kann man sich nicht einfach gleichzeitig so annehmen wie man ist, sondern muss erst neu kennen lernen was einen für einen selbst wertvoll macht.

Spannend die Erfahrung zu reflektieren was man an sich mag- immer wieder neu und überraschend welche Seiten man an sich entdecken kann und die einem Helfen und Verzeihen lassen wenn die ganz gewöhnlichen Tage (in denen das manchmal ganz weit weg ist) da sind. Probiert es mal aus.

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