Meine innere Welt – Fluchtinstinkt

Dies ist der vierte Beitrag zur Reihe Meine innere Welt, nähere Infos hierzu gibt es Hier.

Den vorherigen Beitrag zum Thema Zwanghaft gibt es hierMeine innere Welt – Ordnungsfimmel

Meine Farbe: grau, wie der Schatten den ich in der Gegenwärtigen Situation hinterlasse.

Mein Tier: Eine eilige Eidechse, die kaum das man sie erblickt, schon wieder verschwindet, die nur dann wenn es eine warmen Sonnenplatz gibt sich entspannt hin geben kann.

Eigentlich sitze ich nur da. Doch niemand sieht mir an was in mir vor sich geht. Ich versuch es mal wiederzugeben, doch ich kann gar nicht das treffen was ich wirklich meine- es geht so:

Psychische ErkrankungANGST

,,Mensch Ulla, bleib hier und rede mit mir!”

-Doch schon ist sie verschwunden

Franz läuft ihr hinterher, möchte endlich dass sie stehen bleibt und mit ihm die Sache klärt. ,,Hallo? Ist das dein ernst? Wir müssen reden!” 

-Ulla schließt flüchtig die Türe vor Franz Nase und läuft in Windeseile in die Garage. Das Tor geht kaum einen halben Meter auf, schon zwängt sie sich unten durch und öffnet ihr Auto.

Franz kann es nicht fassen: ,,Du kannst doch nicht immer Weglaufen, bleib jetzt hier und stell dich EIN VERDAMMTES MAL der Situation!”. Er ist fertig mit den Nerven. Doch er will sie nicht entkommen lassen, dieses Mal nicht. Er stellt sich mitten hinter das Auto, versperrt damit dem bereits Motor laufenden Fluchtfahrzeug. Nun muss sie sich stellen.

-Ulla lässt die Kupplung gedrückt, den Motor aufheulen, hupt und fährt tatsächlich ganz unbeirrt los.

Franz springt entsetzt zur Seite, gerade noch ohne gestreift zu werden und kann Ulla nur Kopf schüttelnd hinter her schauen. Wenn sie ihn mit einer Anderen im Bett erwischt hätte okay, wenn er ihr Essen kommentarlos zu Boden geworfen hätte okay, dann könnte er noch Verständnis für sie aufbringen. Doch nur weil er sie gefragt hat, ob sie den Kinderwunsch nochmals nachgehen wollen, obwohl es das letzte Mal nicht geklappt hat, das versteht er nicht…

-Ulla hingegen rast aus der Ortschaft und fährt den bekannten Weg auf den versteckten Wanderparkplatz. Sie parkt flüchtig ein und schlüpft in ihre weißen, ausgedehnten Weggefährten. Obwohl sie keine Zeit hatte ihre Sportkleidung anzuziehen, gibt es für sie nur einen Weg: Entlang der Joggingstrecke rennt sie mit aller Kraft. Rennt, um die Konfrontation mit ihrer eingeschränkten Fruchtbarkeit zu vergessen. Rennt, um statt zu denken nur den Weg vor sich zu sehen. Rennt, um die Welt an sich vorbeiziehen zu lassen, in der Hoffnung, dass sich alles ohne sie klärt.

Eine Stunde später kann Ulla sich kaum noch auf den Beinen halten. Sie fährt zurück nach Hause und stellt sich unter die Dusche. Mit dem klebrigen Hautgefühl, wäscht sie auch die negativen Gedanken weg. Als sie anschließend sauber und frisch das Schlafzimmer betritt, gesellt sie sich zu Franz. Sie sieht ihn, geht sie zu ihm, beugt sich zu ihm runter und küsst ihn, gefolgt von den Worten ,,Wie war dein Tag Liebling?”.

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One thought on “Meine innere Welt – Fluchtinstinkt

  1. Pingback: Meine innere Welt – Bühnenreif | Freigeist

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