Meine innere Welt – Trauerkloß

Dies ist der zweite Beitrag zur Reihe Meine innere Welt, nähere Infos hierzu gibt es Hier.

Den vorherigen Beitrag zum Thema Gedankenkarussell könnt ihr gerne nachlesen.

Meine Farbe: ist schwarz, wie die Trauer die ich verspüre. Das Schwarz das kein Licht durchdringen lässt.

Mein Tier: ist ein im Zoo eingesperrter Eisbär. Es ist als ob ich mich nach meinem wahren Umfeld sehne und doch gefangen bleibe im hier und jetzt. Ich kann nichts dagegen tun, denn die Wärter haben die Schlüssel und entscheiden über mich und mein Dasein.

Eigentlich sitze ich nur da. Doch niemand sieht mir an was in mir vor sich geht. Ich versuch es mal wiederzugeben, doch ich kann gar nicht das treffen was ich wirklich meine- es geht so:

Psychische ErkrankungTrauer

Ich fühle mich leer, ausgelaugt, meine schweren Körperteile ziehen mich runter, bin kraftlos und fühle mich wie nach einem 100 Kilometer Lauf. Doch ich bin schon lange nicht mehr gelaufen, eigentlich verbringe ich sehr viel Zeit im Bett, möchte alleine sein. Bin es Leid mitleidig angeschaut zu werden wenn ich mit den Augenringen und verheulten, roten, geschwollenen Augen über die Stationsflure laufe. Bin es Leid zu hören, dass es irgendwann besser wird. Wann ist irgendwann? Wieso sollte es besser werden, wenn es doch bisher nie besser wurde. Tag für Tag höre ich das Uhrenticken  und warte darauf, dass etwas passiert, das mir beweist warum es sich zu Leben lohnt. Ich habe den Glauben daran verloren wichtig zu sein, ob ich hier bin oder nicht scheint ja doch niemand zu interessieren. Eher noch bin ich ein Klotz am Bein meiner Lieben, die mich verzweifelt anschauen, wenn ich es nicht schaff mich zusammen zureisen und wieder normal zu sein. Die innerlich wütend werden, wenn ich von meiner endlosen Erschöpfung spreche, wohl wissend dass ich den ganzen Tag im Bett verbringe. Ich habe mich gehen lassen, einfach weil ich die Kraft nicht finde, mich morgens anzuziehen und ordentlich herzurichten. Es macht einfach keinen Sinn. Ich habe keinen Sinn ohne das Glück im Leben. Dieses hat sich von mir abgewandt, ich kann es nirgends finden. Stattdessen verdunkeln sich die Wolken um mich, es fröstelt mich und ein Schauder läuft mir über den Rücken. Mein Sichtfeld wird immer kleiner, eingefärbt in ein mattes grau, dass all die Farben aus meinem Leben weichen lässt. Nachts liege ich oft wach und denke darüber nach, was wäre wenn ich nicht mehr wäre. Ich komme zum Entschluss, dass ich keine negativen Konsequenzen befürchten muss und doch tue ich mir nichts an. Viel zu groß ist die Angst davor, es nicht zu schaffen und damit erneut mein Versagen demonstriert zu haben. Stattdessen zähle ich die Stunden, Tage und Termine mit meinem Psychologen auf der ständigen Suche nach einer offenen Tür, die mich hinaus führt aus diesem dunklen Käfig der Trauer.

 

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One thought on “Meine innere Welt – Trauerkloß

  1. Pingback: Meine innere Welt – Ordnungsfimmel | Freigeist

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