Angst – und wie wir sie loswerden können

Der große Ekel vor Spinnen, der uns panisch schreien lässt, obwohl die winzigen Geschöpfe alles andere als gefährlich sind (zumindestens hier in Deutschland),

Die immense, den Magen abschnürende Angst beim Herabschauen vom TÜV geprüften sicheren Gelände auf dem Fernsehturm, dass dieses brechen und uns in die Tiefe stürzen lässt,

Oder die Angst davor, Fehler zu machen uns zu blamieren, Chancen vergehen zu lassen und in übertriebener Reaktion Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg und Einsamkeit vermuten lässt,

Es gibt unzählige Ängste, die den Menschen nicht nur betreffen, sondern teils so dominant den Alltag mitmischen, dass sie daran behindern, das Leben zu bewältigen. Dabei ist es sehr individuell welche Ängste vorliegen und wie damit umgegangen wird.

Doch die Ursache liegt in der evolutionären Kampf- Flucht Situation. Angst ist als überlebenswichtig, dann eingetreten wenn der Steinzeitmensch dem Tiger gegenüber Stand. Verdauung, Appetit, Sexualität, Schlaf wurde eingestellt und stattdessen strömen Energiehormone in jede Zelle um den Körper reaktionsfähig zu machen. In solchen Situationen liegt es nun abhängig der eigenen Chancen, des Kampftyps (Kampftyp, Fluchttyp oder vielleicht auch der versteinerte, totstellende Typ?) und der Lernerfahrungen, wie wir reagieren. Soweit ein sehr nützlicher Prozess der unseren Vorfahren es ermöglichte a) vom Tiger ganz schnell abzuhauen und b) gemeinsam zu Jagen und damit die Gruppe zu sichern sowie c) sich bei Angriff entsprechend zu verteidigen.

Doch heute begegne ich höchstens an Fasching ein paar schlecht verkleideten Tiegern und wirklich gefährliche Situationen in denen der Energieschub nötig wäre treten eher selten auf. Begegnungen mit individuellen Stresssituationen hingegen sind fest im Alltag integriert, wo doch die Leistungsfähigkeit, die Flexibilität, die Konkurrenz und das Bestreben nach einer Null-Fehlerquote unsere moderne Gesellschaft ausmachen (möchte?).

Dabei ist die blockierende Angst aber so gar nicht zu gebrauchen, da sie die eigene Leistungsfähigkeit ab einem gewissen Grad stark mindert, ein hässliches Unwohlsein verbreitet und letztlich gerade weil die rationale Unsinnigkeit der eigenen Angstreaktion so klar ist, auch noch an sich selbst zweifeln lassen kann.

Als freiheitsliebender Mensch liegt es nahe, sich auch von den selbst erschaffenen Ängsten freimachen zu wollen. Egal wie die Angst erworben wurde, ist sie doch für Viele eine lästige Begleitung. Konfrontation ist dabei der schnelle Weg. Denn entgegen der Vermutungen, dass die Angst immer schlimmer wird und unser Herz irgendwann vor lauter Galoppieren stolpern wird, geht die Angstkurve wieder runter. Damit ermöglichen wir uns eine neue Lernerfahrung, dass das Aushalten der Angst keine Katastrophe bedeutet. Wiederholen wir diese Angstkonfronatation mehrmals, wird der innerlich errichtete Angstberg immer kleiner und wir bekommen unsere Freiheit zurück!

Mit dieser Taktik können wir selbst aktiv werden, den Erfolg uns selbst zuschreiben und damit gestärkt aus der Situation gehen. Doch es erfordert Disziplin und entsprechende Unterstützung im Umfeld, beispielsweise wenn die Angst zu hoch wird uns zum weiteren Aushalten zu motivieren. Parallele Anwendung von Entspannungsübungen, können auch in der Angstsituation zu weniger extremen Spitzen führen.

Bei besonders einschränkenden Ängsten, oder ab einer gewissen Vielzahl, ist die eigenständige Therapie nicht mehr leistbar, hier hilft eine verhaltenstherapeutische Behandlung bei einem Psychotherapeut. Dazu wird übrigens keine Verschreibung benötigt, sodass ihr nur einen Termin bei einer Praxis finden müsst und mit den Behandler*innen vor Ort eure Therapie planen und angehen könnt.

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