Lechzen nach (Mit)Leid

Es ist ja nicht so, dass ich nicht bemüht gewesen wäre, Verständnis für dich und deine Situation aufzubringen.

Verständnis dafür, dass du gerade so viel um die Ohren hast und einfach nicht da sein kannst. Verständnis dafür, dass du seid dem Konflikt mit deinem Verlobten nur noch darüber sprechen kannst und willst. Verständnis dafür, dass du dich an Absprachen nicht halten kannst, weil einfach immer und überall irgendwas dazwischen kommt. Sicher, bei dir ist es ganz besonders stressig. Denn im Gegensatz zu all den anderen, ist bei dir immer besonders viel was dir in die Quere kommt. Egal wer erkältet ist, dein Husten ist sehr viel schlimmer. Egal wer daheim eingespannt wird, dein Privatleben ist mit Abstand das anstrengenste überhaupt. Ich hab dich schon einmal gefragt, wenn dich denn alles zu überfordern scheint, warum du es nicht einfach sein lässt? Den Job an den Nagel hängst, dir eine Pause gönnst. Deinen Freund verlässt, wenn die Streitigkeiten alles zu dominieren scheinen. Mehr Gemüse und Sport  statt Zigaretten und Kaffee zu dir nimmst, um nicht ständig kränklich zu sein. Doch du hältst keinen Moment inne, sondern pfefferst mir entgegen, dass das schon alles geht und doch nicht so schlimm sei, was ich überhaupt mir dabei denke.

Ich hab dich dabei nie verstanden, was dieses um Mitleid ringende Dramatisieren sollte. Warum du dich freiwillig als Fähnchen im Wind deines Lebens darstellst das mit jeder Böe geht und dafür Anerkennung sucht. Warum packst du das Leben nicht an und änderst was in deiner Macht steht, statt die Tag zu Tag zu bedauern und dabei selbst das nicht genügt? Warum willst du unfrei und geknechtet sein, statt einmal den Veränderungsmut aufzubringen?

Wenn du mir heute dein Leid klagst, spring ich nicht mehr mit auf. Bemühe mich nicht mehr im mindesten dazu, dir deine offenen Wege zu zeigen. Emotionslos höre ich mir deine Geschichten an und beobachte, dass du dich nicht weiterentwickelst. Das du noch heute die Fehler und Schuld lieber an anderen ausfindig machen willst und dich darüber empören, anstatt die eigenen Möglichkeiten zu nutzen. Ich überlege wie du wohl wärst, wenn du dich weniger beschweren würdest und aktiv zu einer Verbesserung deiner Lebenssituation beitragen würdest. Hättest du dann überhaupt noch einen Lebenssinn? Gehört dieser unbändige grimmige Charakteranteil noch mehr zu dir, als dein Faible für Second Hand Mode? Könntest du überhaupt zulassen, dass es dir einmal gut geht?

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