Leben passiert

Heute stieß ich auf ein Zitat, welches mich zum Nachdenken gebracht hat.

,,Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.” John Lennon

Kennt ihr das, den Kalender nicht nur mit Arbeitsterminen gefüllt zu haben? Wochenenden zu planen, am Besten schon Wochen im voraus völlig unabhängig wie das Wetter sein wird, wie anstrengend die Arbeitswoche war oder zu was ihr vielleicht eher Lust haben könntet. Wenn ein lange ausgemachter Termin dann näher rückt und es dann doch nicht so richtig gut passt- aber auch nicht so unpassend ist, dass abgesagt werden könnte- bereue ich manchmal die ganze Planerrei. Wie wertvoll ist es denn im Gegenzug, wenn das Wochenende nur einem selbst gehört und man dann ganz spontan zum beispiel einen Tag in die Berge fährt, oder auf ein Konzert geht oder einen Überraschungsbesuch bei einer alten lieben Bekannten macht. Manchmal ist einem ja auch mal nach gar nichts. Vielleicht regnet es sogar noch, die Woche war hart und ein völlig unverplantes Wochenende bietet Gelegenheit endlich mal wieder den Jogginganzug, die dicken Socken und die Fernbedienung rauszukramen. Ganz ohne schlechtes Gewissen, einfach nichts tun und sich dabei wohl zu fühlen. Denn so ganz planlos hört man ja manchmal auch das Teufelchen in sich sprechen: ,,Nutze deine Zeit und hab viele schöne Pläne, du lebst nur einmal!Und schlafen kannst du auch noch wenn du tot bist.” Doch heißt das ich lebe nur, wenn ich aktiv und in Gesellschaft bin? Muss Leben geplant sein? Warum planen wir überhaupt? Damit meine ich nicht den Sommerurlaub – obwohl selbst der ganz spontan für freudige Überraschungen sorgen könnte. Wieso muss ich mich sogar zu einem Telefongespräch verabreden? Früher habe ich es einfach probiert und wenn am Festnetz niemand abnahm, war die Person nicht zuhause oder hatte keine Lust auf telefonieren. Heute ruf ich an, es geht niemand dran und ich lege auf. Das Display zeigt an, dass  ich angerufen habe. Ich werde zurück gerufen ca. eine Stunde später, um gefragt zu werden ob es dringend ist, ansonsten passe es gerade sehr schlecht, ob ich nicht lieber morgen telefonieren könnte so zwischen sieben und acht. Ich weiß gar nicht  mehr warum genau ich angerufen habe, vielleicht war es einfach während meinem Spaziergang, dass ich dachte ich probiere es mal. Aber nun verabreden um morgen zu telefonieren? Irgendwie seltsam wie kompliziert wir die komplexe Welt machen. Warum wir immer alles planen und kontrollieren müssen wollen, es nicht auf uns zukommen lassen können? Zu Leben statt unser Leben zu planen? Und vor lauter Planerrei und Termingehopse letztlich vergessen, warum wir auf der Welt sind. Nicht mehr machen sondern planen und darüber sprechen wie wir es machen könnten. Nicht im Jetzt sind sondern im Morgen, Übermorgen, Samstag in drei Wochen, nächstem Geburtstag, Weihnachten ..

Wer garantiert mir denn, dass ich bis zu meinem geplanten Lebensende noch quickfidel bin? Was nützt all die Planerrei, wenn ich vergesse was zählt?

John Lennon hat Recht, denn meistens kommt alles eh anders als man denkt und plant. Leben denkt nicht- Leben passiert.

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