Das Glück wohnt in dir

Schon lange und in den verschiedensten Fachrichtungen wurde die Suche nach dem persönlichen Glück immer wieder neu angestellt und konnte letztlich nicht universell beantwortet werden. Die Frage ist doch vielmehr wo die persönlichen Ansatzpunkte für das eigene Glück sind. Wie auch alles andere im Leben kann Glück kein ewig andauerndes Gefühl sein, denn sind es doch die kleinen Momente die uns plötzlich mit der tiefen Gewissheit, dass das gerade das Glück sein muss! Doch entgegen der geläufigen Meinungen, wie sie beispielsweise in der Werbung dargestellt werden, muss es für den persönlichen Glücksmoment keinerlei finanzielle Verausgabungen, perfekte Momente oder große Anstrengungen geben. Auch ein Mensch mit Akne, Übergewicht und einer dicken Grippe kann glücklich sein. Auch ein Supermodel, mit den Maßen 90-60-90 und blendend weißen Zahnpastalächeln, mit einem dicken Konto kann unglücklich sein.

Denn entscheidend für das eigene Glück ist nicht was man an eigenen Veranlagungen mitbringt, die von anderen Menschen vielleicht beneidet werden, oder welche materielle Güter der Nachbar ebenfalls gerne hätte. Der Ursprung und Ansatzpunkt des individuellen Glücks wohnt in jedem Menschen und kann damit auch von außen nicht genommen werden. Damit ist per se jeder Mensch dazu in der Lage Glück zu verspüren und in gewisser Maße auch selbst aufzuspüren. Vielleicht fragt man sich hier, wenn es so einfach ist glücklich zu sein, weshalb es dann so viele Menschen nicht sind und stattdessen ihr Leben lang dem Glück nacheifern und es doch nie zu finden scheinen. Warum, wenn jede Person selbst glücklich sein kann, doch der Eindruck von einer chronisch unzufriedenen Gesellschaft bleibt?

Meine Gedanken dazu sind, dass solange das Glück als etwas das ursächlich von tollen und vielseitigen sozio-ökonomischen Lebenslagen in der Bedingung, dass nun nichts vom Gesamtzustand mehr abweichend verbesserungswürdig ist definiert wird, dann wird das Glück niemals einkehren. Begründen kann man dies mit der Gewöhnung an das was man hat und damit der unmöglichen konstant bleibenden Zufriedenheit mit positiven Entwicklungsschritten. Stattdessen eifert man nach dem Motto ,,höher, schneller, weiter” zu immer noch mehr Erfolgen, statt sich auf dem schon erreichten auszuruhen. Den Bedürfnissen nach weiteren Erfolgen und deren Definition ist nur leider oftmals nicht gerade die Brille der rationalen Realistik aufgesetzt, sodass die Ziele unrealistisch in der (zeitnahen) Umsetzung sind und damit für Frustration und Gefühlen der eigenen Wertlosigkeit fühlen können. Nur Glück sieht irgendwie anders aus… Deshalb sehe ich den Ansatzpunkt für das eigene Glück in unserer emotionalen Ebene, welche durch die Kognition durch uns erreichbar sind.

  1. Durch das gezielte Richten der Aufmerksamkeit auf glücksbringende Merkmale und Situationen können diese schon einmal bewusst gefunden werden. Gegenteilig dazu ist das Phänomen der negativen Gedankenspirale gerade bei Menschen mit Depressionen präsent, dabei werden positive Impulse unterbewusst ausgeblendet, Betroffene sehen demnach nur weitere Negativinputs, die den Gesundheitszustand weiter verschlechtern bzw. schlecht erhalten.
  2. Ein Anpassen des erworbenen normativen Maßstabs des eigenen Glücksempfinden, kann den Zugang zu diesem erweitern. Denn wenn man die Frage in eine Skala von 0 (alles schlecht) zu 10 (vollkommen zufrieden) erst ab dem Wert 10 mit Glück definiert, ist es weitaus seltener dieses zu erreichen, als wenn schon die Abwesenheit von Negativfaktoren als Glück definiert werden. Schlussfolgernd kann wenn scheinbar nie das Glück bei einem einziehen will, eine kritische Reflektion über den Maßstab sinnvoll sein. Auch hier spielt natürlich die eigene Sozialisation, eine grundgebende Rolle ebenso wie die Einflüsse aus der sozialen Schichtzugehörigkeit (ist es Glück oder Normalität in den Urlaub gehen zu können?), gesellschaftlicher Zeitgeist, Medien, kulturellen Gegebenheiten, religiösen Einstellungen und individuellen Wertsystem.
  3. Ein weiteres Hemmnis des eigenen Glücks, ist der Vergleich mit scheinbar glücklicheren Personen in der Umwelt, oder auch eigenen in der Vergangenheit liegenden glücklicheren Erfahrungen. Zum Beispiel ist der Restaurantbesuch mit dem Partner sehr schön und das Essen fein, doch im Urlaub war des Ambiente einfach noch besser! Gedankliches haften an anderen vermeintlich besseren Momenten, sind nicht nur nicht zielführend sondern verhindern auch das gesamte Aufnehmen der gesamtpositiven Eigenschaften der Gegenwart! Die Aufmerksamkeit im Moment kann den positiven und damit glückbringenden Charakter durch Vergleiche aber auch aufwerten! Was in der Praxis viel zu selten passiert, ist nämlich auch umzukehren (vgl. die positive Aufmerksamkeit vs. negative Gedankenspirale): Zu der aktuellen Situation werden kognitiv Vergleiche mit schlechteren, unzufriedeneren und weniger schönen Momenten in der Gegenwart angestellt. Beispielsweise bin ich zwar gerade erkältet, doch im Vergleich zu der Salmonelleninfektion vor ein paar Jahren, ist das doch ein klacks!
  4. Ebenfalls benötigt die Suche nach dem Glück und dem Öffnen der Türen für diese Zeit. Das wohl wertvollste Gut der schnellen Gesellschaft, muss in die Reflektion des Alltags aber auch der intensiven Wahrnehmung von der Umwelt und dem Selbst investiert werden. Der schnelle unaufmerksame Moment lässt uns die Augen vor dem Schönen in seiner Ganzheit verschließen. Kinder hingegen können vertieft im Spiel mit scheinbar (aus Erwachsenenaugen) primitiven Gegenständen tolle Erfahrungen und das große Glück finden. Denn um das Glück zu entdecken braucht man Zeit.
  5. Mit diesen Hinweisen ist das Glück sehr viel schneller zu finden und auch als solches zu identifizieren, doch dennoch sind Erwartungen zur täglichen Glückseligkeit zu verhindern. Auch wenn ab sofort sehr viel öfter einkehren kann, muss doch der Kontrast (Schatten braucht Licht) zum Normalen oder auch Negativen erhalten werden. Deshalb kann nicht jeder Tag für einen Mensch immer nur Glück bedeuten.

Ich hoffe der Beitrag macht Mut und Hoffnung, das eigene Glück mit offener Türe zu empfangen und verhindert Frustrationen, wenn mal wieder alles nicht so ist wie es gewünscht wird.  Weitere Tipps zum glücklich sein hier.

Glück ist relativ, doch du allein kannst es für dich definieren und niemand kann es dir nehmen.

 

 

 

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2 thoughts on “Das Glück wohnt in dir

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