Ameisendoku

Über Studenten gibt es viele Klischees und einige davon werde ich heute aufgreifen, aber andere auch wiederlegen. Denn diese Woche erlebte ich einen mittag, der mir für viel Lachmuskelkater gesorgt hat und so abstrus verlaufen ist, dass ich das einfach aufschreiben muss!

Neben total viel Freizeit, unbändiger Begeisterungsfähigkeit für komische Ideen und vor Energie strotzend fand ich mich ganz spontan mit  vier Kommilitonen in einem “Knattamaran” (ein kleiner Fiat mit ächsender Achsen) auf  reise. Die Organisatoren des Spontanausflugs überzeugten im Voraus damit, gemeinsam das erste schöne Wetter seit gefühlt drei Jahren draußen in der Natur, im Wald zu verbringen(,,bei den Ameisen”). Mein Rucksack wurde neben Vesper (davon kann man nie genug haben!), zwei Flaschen Wasser, Musikboxen, Süßigkeiten und meiner Yogamatte, auch mit Regenjacke und Sonnenbrille ausgestattet und schon ging es los. Schon setzte sich die Wilde Hilde Fahrt (dazu muss gesagt werden: es war heiß, die vier Kommilitonen schwitzten ziemlich und ich wurde in der Mitte bei jeder Kurve von Seite zu Seite geschwenkt) ab. Schon einige Tränen vor lachen vergossen tat sich mir die Frage auf, wo denn unsere Pilgerreise hinführt, denn statt Vesper und Trinken, hatten die Jungs teils nichts oder aber einen großen Koffer dabei. Eine in die Runde gestellte Frage nach dem Ziel wurde mit “Na wir machen ne Ameisendoku!” beantwortet. Jaja, so sind die Jungs halt, dachte ich  mir, nachdem sie sich Abklatschten und laut Lachten. Doch plötzlich wurde die Sache ernst. Der Beifahrer verfiel immer mehr in Ekstase, als er neben der Straße am Waldrand einen Ameisenhaufen nach dem anderen entdeckte.

-Oh no. waren meine Gedanken dazu.

Nun ja, was so lustig klang wurde bitterer ernst. Der nächste Wanderparkplatz wurde im nu ausfindig gemacht und mit dem Filmequipment, meinem Wanderrucksack incl. Yogamatte in Apfelgrün (hier zu bewundern) , einem großen Koffern (Inhalt Drohne, Ersatzflügel und 3 Akkus), Stativ, Almdudler, Sonnenbrillen und einer Packung FertigSalat stapften wir los.Ameisendoku1

Dank wunderbarem Waldboden krabbelten schon auf dem Weg überall Ameisen, sodass wir nicht lange nach einem “Filmwerten Drehort” Ausschau halten mussten. Unter uns die zwei Euphorischen Regisseure, ein Wiederholungsbegleiter und zwei Frischlinge (darunter auch ich), die nicht wussten was da auf sie zu kommt und alles (noch) ziemlich lustig fanden.

Drohne (2)Unsere Drohne ist mit einer Go Pro Kamera geschmückt, damit der Ameisenlebensraum auch aus der Makroperspektive mal aufgenommen werden kann.

Das war dann der Rießenhaufen voller dicker Waldameisen (manche hatten auch noch Flügel o.O) und irgendwann wandelte sich mein ungläubiges Lachen über die  skurrile Situation (alle Spaziergänger -und es waren wirklich viele -fragten unglaubwürdig was wir machen und für wen wir filmen) in Begeisterung über die kleinen Krabbelviecher, die tatsächlich richtig fleißig und cool sind!Ameisenhaufen1

Besonders lustig wurde es dann aber erst, nachdem das Stativ im Haufen halb drin stand, die Kamera 2 cm vom Haufen entfernt war um mich dem mega Mikroobjektiv Nachaufnahmen zu machen und das Mikro über dem Haufen, über einen Zweig gespannt, die Geräusche aufnehmen sollte. Die agilen Ameisen waren sehr an dem Equipment interessiert, sodass erst die Kamera, dann der Kameramann in den Haufen integriert wurde. Als wir den Ameisenfan darauf aufmerksamgemacht haben, dass die Krabbelviehcher nun seinen Rücken hoch laufen, ist er mit einem Satz – in die Hundekacke- auf den Weg gesprungen und hat sich frei geschüttelt. Blöd nur, dass genau da als er den Hampelmann gemacht hat und dabei laut gelacht wurde auch noch das Mikro in den Ameisenhaufen reinflog und langsam aber sicher von den Ameisen besiedelt wurde.

mikro (2)

Nach einigen Ausschüttlern und allgegenwärtigen Ameisen, begann es dann auch uns fürchterlich zu jucken. Einer der Jungs hatte vorausschauend Turnschuhsocken an und wurde dann noch an dem bisschen Haut zwischen Hose und Socke angepinkelt. Für uns andere war es ein Heidenspaß. Der geschädigte humpelte vor lauter “Aua” Gerufe, nochmal durch den Hundehaufen, der mittlerweile nur noch ein kleiner Kuhfladen war. Ein paar Aufnahmen von Vögelgezwitscher rundeten die Materialsammlung ab und als Beweis, dass die Reisetruppe keine nerdigen Arte Reporter sind (vielleicht sollten wir uns dennoch einheitliche T-Shirts anfertigen lassen ?), sondern eben doch nur Studenten, wurde danach mit Bier und Grillgut der Abend bis in die Nacht ausgeklungen.

 

 

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