Niemals allein

Ob abends in Schlafshirt und Boxershorts auf dem Sofa beim gemütlichen Fernsehen,

Ob morgens im Bad, wenn es schon viel zu Spät ist und die Uhr ungeduldig tickt,

Ob nachmittags wenn es regnet, du deine Lieben vermisst und es noch viel zu lange ist, bis du wieder heim kannst,

Ob morgens wenn du Schlaftrunken dein Frühstück still in dich hineinschaufeln willst,

Oder am Wochenende wenn du gerne mal Ausschlafen willst in einer stillen Umgebung,

Ob in der Küche, im Wohnzimmer, Bad oder Flur mit WG-Mitbewohnern bist du niemals allein 😉 Du wohnst mit diesen zu Beginn ganz fremden Menschen zusammen und lernst dich schon bald im Alltag schneller kennen, als das du es dir vorgestellt hast. Es kann schön sein, in einer fremden neuen Stadt mit Gleichgesinnten zusammen zu wohnen, miteinander fortzugehen und wissen dass man füreinander sorge trägt. Wenn jemand krank ist, ihm Tee zu bringen obwohl du nicht gerade viel über ihn weißt und statt alleine traurig zu sein dich gegenseitig aufzumuntern. Diese Zeit mit den Mitbewohnern vergisst man nicht und ich will sie auch nicht mehr missen und doch gibt es Momente, da wünscht man sich nichts sehnlicher als einen Tag ganz alleine zu sein ungestört und frei, ohne auch andere Rücksicht nehmen zu müssen (die einem weder besonders innig stehen noch gerade ausgesuchte Wunschmitbewohner sind). Und dann ist es wieder soweit, es wird dunkel du hängst noch lange in den Büchern und hast genug gelernt für heute. Doch die ganze Vorfreude auf die einsame Wohnung ganz alleine mit mir selbst, wird nicht erfüllt. Und auf einmal freue ich mich, nicht alleine wohnen zu müssen, genieße es, immer jemand zum reden und lachen (und streiten :D) in meiner Nähe zu haben verzeihe geistig all den Momenten in denen ich meine Mitbewohner verflucht habe, wenn der Müll nicht herausgebracht wird oder abends einfach keine Ruhe ins Haus einkehrt. Auf einmal bin ich ziemlich glücklich, dass ich überhaupt studieren darf, in einer fremden Stadt wohnen kann, mit fremden Menschen und wir uns gegenseitig so fremd und doch so nah sein können. Ich bin glücklich darüber diese Erfahrungen machen zu dürfen, jung zu sein und genießen was nur geht. Obwohl wir uns immer wieder tröstend bei Seite stehen, werden wir nach dieser gemeinsamen Zeit kaum in Kontakt bleiben. Doch im hier und jetzt ist es schön gemeinsam allein zu sein.

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