Station der Wunderwinzlinge

Ich halt dich in meinen Händen, in denen du so winzig aussiehst. Ein winziges kleines Wunder. Es sind ein paar Monate vergangen, seit sich deine Mama mit mir treffen wollte und aufgeregt von dir erzählte. Damals wusste sie noch nicht, wie stark sie dich lieben würde und ob sie dazu in der Lage wäre dich aufzuziehen. Niemals wäre es ihr leicht gefallen sich von dir zu trennen, obwohl du zu Beginn nur ein kleiner nicht erkennbarer Zellhaufen warst. Ohne, dass deine Mama zu einer Entscheidung gedrängt geworden wäre, suchte sie das Gespräch mit ihren Nächsten und Lieben und erfuhr dort die Unterstützung die sie sich sicher machen ließ, dass wenn sie mal überfordert sein sollte, du dennoch immer gut versorgt sein wirst. Denn das war ihre größte Angst: Das es dir nicht gut gehen könnte. Die regelmäßigen Arztbesuche waren für deine Mama aufregend, denn hier hatte sie die Möglichkeit dich kennenzulernen. Deine Werte waren alle in Ordnung und beruhigten deine Mama, doch noch viel schöner war es das erste Ultraschallbild von dir zu erhalten. Das Bild war nochmal ein Beweis, dass es dich gibt, dass du bald die ganze Welt auf den Kopf stellen wirst und dass du ihr größter Schatz sein wirst. Obwohl es dich noch nicht auf der Welt gab, liebte dich deine Mama schon mehr, als dass sie jemals einen anderen Menschen geliebt hatte. Trotz den Wehwehchen und aufkommenden Einschränkungen in der Schwangerschaft, genoss deine Mama die körperlichen und hormonellen Veränderungen, da sie all das als Beweise deiner Gegenwart verstand. Letzten Montag war es soweit, deine Ankunft kündigte sich an. Ohne Komplikationen warst du nach acht Stunden auf der Welt. Dein kräftiger Schrei war die Erlösung auf die deine Mama seit der ersten Wehe gewartet hat. Nun warst du kleines Wunder endlich da. Endlich hattet ihr die Gelegenheit euch außerhalb des Bauches kennen zu lernen. Obwohl die Geburt euch beide sehr angestrengt hatte, konnte deine Mama nicht aufzuhören dich zu bestaunen. Dein Duft, deine weiche Haut und deine kleinen speckigen Körperteile waren einzigartig und machten deine Mama sehr stolz, denn du warst das allerschönste Kind. Heute besuche ich euch zwei und halte dich in meinen Händen, in denen du so winzig aussiehst. Auch ich bin berührt von deiner Existenz, dem kleinen Wunder und all der Liebe die du empfangen wirst mit deinem unschuldigen schutzbedürftigen Aussehen. Was wird euch aus beiden werden? Wie schnell seid ihr ein eingespieltes Team und welchen Platz wirst du in der Gesellschaft mal erhalten? Über all das machst du dir noch keine Gedanken, du kuschelst zufrieden an Mamas Brust und brauchst nur Liebe, Nahrung und Schlaf. Kaum zu glauben wie schnell die Zeit bis heute vorbei gegangen ist und du nun da bist. Ich freue mich darauf, deine Entwicklung mitzuerleben und wie versprochen für euch dazu sein, wenn mal alles zu viel ist. Doch obwohl sich nun alle in dich verlieben, wirst du alles verändern, als es bisher war. Du bist eben ein kleines Wunder, so winzig in meinen Händen.

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