Yoga bei Reizdarm, Teil 1

Hier fängt der Artikel zu Yoga bei Reizdarm an, welcher in verschiedene Teile gegliedert ist.

Teil 1 befasst sich mit der Erklärung was das Reizdarmsyndrom ist sowie der Diagnostik.

Reizdarm- noch nie gehört?

Von einem Reizdarm ist dann die Sprache, wenn Betroffene verschiedene Symptome zeigen für die jedoch ,,keine organischen oder biochemischen Veränderungen” ursächlich sind. Zu den Beschwerden können Verstopfungen (Obstipations-Typ), Durchfälle (Diarrhoe-Typ), Blähungen und Leibschmerzen zählen, die aber oftmals auch im Wechsel oder gemeinsam über eine größere Zeitspanne auftreten. Meistens hängt die Ausprägung der Beschwerden im Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden und verschlimmert sich bei Stress. Deshalb sind die Beschwerden oftmals in der Nacht oder auch im Urlaub/ am Wochenende sehr viel seltener oder verschwinden ganz. Da der Darm vom vegetativen Nervensystem via Botenstoffe sozusagen als zweites Gehirn dient, werden ausgeschüttete Stresshormone durch den Körper gepumpt und lassen körperliche Reaktionen wie schwitzen, erhöhter Puls oder eben Verdauungsstörungen entstehen. Dieser Ablauf welcher instinktiv für Notsituationen geschaffen ist, wird beim Abfallen der Gefahr durch den Gegenspieler (Parasympathikus) wieder entspannt. Was in der Praxis jedoch gerade bei chronischem Stress nicht unbedingt reibungslos klappt, zeigt sich durch das Zunehmen und Entstehen von psychosomatischen Störungen.

Psychosomatische Störungen treten bei einem Ungleichgewicht der Psyche auf (sind also psychogen) wirken sich aber auf den Körper aus, indem sie körperliche Beschwerden hervorbringen. Gerade Verdauungsstörungen wie das RDS bringen durch chronische Ungleichgewichte aber auch Veränderungen in die organische Strukturen, das heißt ein eigentlich gesunder Darm kann durch psychischen Dauerstress mit unregelmäßiger Verdauung reagieren, welche wiederum das natürliche Gleichgewicht (der Darmflora, aber auch Mineralhaushalt, etc.) durch Reizung stören. Gerade bei langanhaltenden unbehandelten Störungen können sich auch Intoleranzen durch den überempfindlichen Verdauungskreislauf entwickeln, welche wiederum für mehr Stress sorgen.

Hinzu kommt das Betroffene – und das sind in Deutschland schätzungsweise mittlerweile rund 12 Mio Menschen (Vgl. https://www.internisten-im-netz.de/de_was-ist-ein-reizdarm_137.html)- oftmals auch psychische Belastungen durch körperliche Belastungen, Stigmatisierungsängste, Schmerzen oder auch Scham bedingter Rückzug empfinden.

Doch auch wenn es bislang keine Heilung für RDS gibt, ist man durch das Erkennen und entsprechende Interventionen nicht den Beschwerden vollkommen ausgeliefert. Zunächst einmal muss jedoch das RDS diagnostiziert werden.

Diagnostik RDS

Hierfür gibt es keinen eindeutigen somatischen Beweis, da ja wie oben erwähnt organisch keine Auffälligkeiten im Darm bestehen. Deshalb wird medizinisch per Ausschlussdiagnostik vorgegangen. Zunächst sollte der Hausarzt aufgesucht werden, welcher an den Facharzt (Internisten) überweist. Denn mit Untersuchungen wie der Darmspiegelung werden z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder sonstige Veränderungen im Darm ausgeschlossen. Natürlich ist dies nicht gerade die beliebteste Untersuchung, aber unverzichtbar um andere Erkrankungen auszuschließen oder bei Bedarf  Fisteln und Co. zu entfernen (Augen zu und durch!). Auch Intoleranztests (Fruktose, Lactose und Gluten) sollten durchgeführt werden um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit auszuschließen. Letztlich klärt das ehrliche Arztgespräch über Symptome, Häufigkeit und Regelmäßigkeiten die psychosomatische Komponente, sodass der Facharzt den Reizdarm (hoffentlich!) erkennt. Wichtig ist es, dass Betroffene sich NICHT als Hypochonder abgestempelt fühlen, da es augenscheinlich keine körperlichen Ursachen für die Beschwerden gibt. Besonders einfühlsame Ärzte sind hier gefragt, um Betroffene ernst zunehmen, indem sie über entsprechende Erkrankungen überhaupt informiert sind.

Sollte der Facharzt keine organische Ursachen gefunden haben- wird er mit der Verdachtsdiagnose (kann wie gesagt nicht verifiziert werden) des Reizdarmes zurück an den Hausarzt verweisen.

Doch wie kann das RDS behandelt werden?

Advertisements

2 thoughts on “Yoga bei Reizdarm, Teil 1

  1. Pingback: Yoga bei Reizdarm, Teil 2 | Freigeist

  2. Pingback: Yoga bei Reizdarm, Teil 3 | Freigeist

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s