Festivalvorfreude

Bald ist es wieder soweit, das Dosenbier wird palettenweise in gewohnter 5,0 Qualität geholt, der Wetterbericht täglich geprüft, in letzter Sekunde doch noch in Campingstühle investiert, die aber sicher wie jedes Jahr den Weg nicht mehr nach Hause schaffen werden. Das Lineup mit jeder Aktualisierung mit der persönlichen Playlist in Einklang gebracht, die Gummistiefel samt Regenhose und Regenponcho vorsichtshalber Mal eingepackt. Auch Camping Kocher, Einweggrill und massenhafte haltbare Snacks dürfen nicht fehlen und bekommen ihren Ehrenplatz direkt neben dem Bier. Dafür werden Sonnencreme genug Wasser und Klopapier etwas eingespart, schließlich muss alles in das Auto passen.

Noch freue ich mich darauf mit meiner Clique und vielen fremden Menschen vier Tage und Nächte zu feiern, zu lachen, zu grillen und gemeinsam Erinnerungen zu erschaffen. Noch denke ich mit rießen Vorfreude auf das nächtliche Zelten, was zwar nicht so komfortabel aber dafür der Stimmung vollkommen dienlich ist. Aber schon viel zu früh wird die Festival Saison wieder zu Ende sein.

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Adieu

Ein Missverständnis war es neulich, als du mich im Supermarkt nicht gegrüßt hast, du hast mich nicht gesehen. Als du mich anrufen wolltest, um mir zum Geburtstag zu gratulieren hast du gemerkt, dass du wohl aus Versehen meine Nummer gelöscht oder verloren hast. Du hättest mir so gerne gratuliert, doch mit dem Wechsel auf das neue Handy muss die Nummer wohl irgendwie verloren gegangen sein. Continue reading

Neulich im Wartezimmer

Sie sagen wir wären alle gleich und doch wollen sie unter sich bleiben. Sie haben keine Vorbehalte und doch folgt dieses ABER. Sie verstehen es zwar, dass manche Menschen anders sind und doch denken sie, dass es sie niemals betreffen wird. Werder sie noch deren Familien und Freunde. Klar, mittlerweile wissen sie um mögliche Erkrankungen und doch fragen sie sich oft warum die Menschen sich nicht mehr zusammen reißen um so zu sein wie sie.

Kein Wunder, dass sie ausgeschlossen werden, so seltsam wie sie sich verhalten, in der Öffentlichkeit sich nicht zu benehmen wissen, komische abgewetzte Kleidung tragen und dann hört man ja auch immer so viel in der Zeitung von diesen Menschen. Klar, irgendwo müssen die ja auch wohnen, aber bitte nicht in unserer Nachbarschaft. Laut sollen die ja sein, kein Tag-und Nachtrhythmus und klauen tun sie auch. Erst neulich erzählte eine Bekannte, dass die Freundin ihre Schwester sogar von so Einem gestalked wurde. Ganz schlimm..  

Wie schlimm die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen im Alltag ist, erlebe ich immer wieder, wenn ich mit PatientInnen in der Öffentlichkeit bin. neulich begleitete ich einen Mann ins örtliche Krankenhaus zu Untersuchungen. Dabei fielen doch sehr abschätzige Blicke zu unserem Zweiergespann. Da ich es grundsätzlich vermeide, durch Namenschild oder Schlüsselbund offensichtlich die erforderliche Begleitungsperson darzustellen, ist es für Außenstehende ja auch schwer einzuordnen, wie ich zu meiner Begleitung verbunden bin. Doch im Kontakt mit medizinischem (man sollte denken Fachpersonal) Angestellten aber auch anderen KrankenhauspatientInnen ist deutlich zu spüren, wie die Menschen zu meinem Patienten und somit Stellvertretend für ganz viele Betroffene stehen. Angefangen dabei, dass nicht er sondern ich angesprochen werde, obwohl der Patient direkt davor steht und dann auch noch in dritter Person singular, über andere PatientInnen die einfach stehen bleiben und nicht bereit sind auch nur einen kleinen Schritt für einen offensichtlich motorisch unruhigen Menschen, der die neutrale Distanz nicht einhält, zur Seite zu gehen, bis zu WartezimmerbesucherInnen die die Augen verdrehen oder die Nase rümpfen, wenn mein Begleiter im fünf Minuten takt seine Zeitschrift gegen eine andere vom Stapel in der Mitte tauscht.

Fürchterlich wenn man bedenkt, dass es psychich kranke Menschen schon immer gegeben hat, dass diese früher in den Herkunftsdörfer besser integriert waren als zum Teil heute. Ich frage mich weshalb sich die Ammenmärchen von den komplett ungesteuerten Schizophrenieerkrankten, untalentierten Alkoholabhängigen, freizügig provokanten und klauenden Maniker halten können. Natürlich kann im Rahmen einer akuten Erkrankung die ein oder andere typische Verhaltens- oder Denkweise dominieren, doch wir alle sind und bleiben Menschen! Während meine Klient oftmals einzig und allein an ihrer Erkrankung ausgemacht werden, zeigen somatische Leiden dass Erkrankung und Ganzheitlichkeit kein Widerspruch darstellt. Ob die Diabetikerin, der Übergewichtige oder künstliche Hüftträger: Sie alle haben einen Charakter, Stärken, Schwächen, Ressourcen und Fähigkeiten das Leben zu bestreiten.

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen muss endlich auch die Gesellschaft offener werden, interessiert und akzeptierend. Nach vier Jahren Berufserfahrung in der Psychiatrie muss ich sagen, dass die PatientInnen für mich oftmals sehr viel “normaler”, ehrlicher und aufrechter durchs Leben gehen, als die Gesellschaftsteile die diese Menschen ausgrenzen.

Heavydirtysoul

Zunächst einmal liebe ich es Radio zuhören, ob im Radio, während Schreibarbeiten oder im Hintergrund dudelnd während ich Hausarbeiten erledige. Dabei wechsel ich die Sender regelmäßig durch und bin immer wieder erfreut und überrascht welche Songs zu gespielt werden. Entweder sind es richtige Oldies, die mich in Erinnerungen an früher, an meinen Vater mit seinem rießigen Schallplatten Repertoire Continue reading

Leben passiert

Heute stieß ich auf ein Zitat, welches mich zum Nachdenken gebracht hat.

,,Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.” John Lennon

Kennt ihr das, den Kalender nicht nur mit Arbeitsterminen gefüllt zu haben? Wochenenden zu planen, am Besten schon Wochen im voraus völlig unabhängig wie das Wetter sein wird, wie anstrengend die Arbeitswoche war oder zu was ihr vielleicht eher Lust haben könntet. Wenn ein lange ausgemachter Termin dann näher rückt und es dann doch nicht so richtig gut passt- aber auch nicht so unpassend ist, dass abgesagt werden könnte- bereue ich manchmal die ganze Planerrei. Continue reading