Nur ein Job

Erst als er dann im Hotelzimmer saß und begriff wie er in Mitten dieser gigantischen Metropole doch einsamer war als jemals zuvor, stellte er seine Beziehungen in Frage. Plötzlich gewann das bislang scheinbar triviale Geplänkel mit Nachbarn und Bekannten an Bedeutung. Er schätzte die gemeinsame gewohnte Sprache und die Verlässlichkeit der rituellen Kurzkontakte. Hier war alles anders. Obwohl er mehr Menschen sah, mehr Autos hörte und überall Achtung erfuhr, wurde ihm schnell deutlich, dass er hier nicht her gehörte. Seltsam was für Manieren die Menschen hier an den Tag legten, merkwürdig was hier gegessen wurde und erstaunlich wie unterschiedlich alles war im Vergleich zu Europa. Er hatte sich nie die Gedanken in diesem Ausmaß davor gemacht. Dachte er würde mit der Geschäftsreise einfach nur einen Job machen, so wie sonst auch. Würde ein paar coole technische Gadgets kennen lernen und danach stolz seinen Freunden und seiner Familie von den Erfahrungen berichten. Doch nun saß er hier, blickte über die Skyline, welche gerade noch so durch den dichten Smog zu erkennen war. Er vermisste seine Freundin. Freute sich auf zuhause und war mehr als erleichtert zu wissen, dass er aus einer anderen Welt kam.

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Umgepflanzt

Dinge kommen, Menschen gehn

Nichts ist für immer, nichts bleibt wie es einmal war

Hab mich gerade dran gewöhnt, arrangiert mit dir und hier

Und schon soll sich alles wieder ändern,

Abschiednehmen, Veränderungen begrüßen, sich ins Neue stürzten –

wie soll das gehn, wie kann das sein, warst doch du gerade noch mein trautes Heim.

Der Erwartungen zum Trotz geb ich dem dort keine Chance, sehne mir das gewohnte Terrain herbei, statt verplanzt zu werden wie ein lästiger Ableger.

Zarte Wurzeln zeigen doch den Ursprung an, sind nicht wegzudiskutieren oder ignorieren.

Umzug

Hallo ihr lieben treuen Leser und Leserinnen,

In den letzten Tagen ist es ziemlich still auf meiner Seite geworden. Obwohl mit zunehmend herbstlicheren Wetter die aktive Zeit außerhalb der eigenen vier Wände und spät abendliche Verabredungen zu einem Gute-Nacht-Getränk in der Bar um die Ecke abnehmen, komm ich zeitlich wie gedanklich nicht so richtig in Schreiblaune. Passend zur These, dass sich alle 7 Jahre das Leben verändert, ist dies wohl – nur etwas zeitverzögernd  – auch bei mir der Fall. Mein Freund hat sich beruflich ziemlich verändert, wir planen in die Zukunft und mein Studium neigt sich dem Ende. Faktisch kommt so grad ganz schön viel zusammen, sodass ich Umzug, mündliche Prüfungen, spontane Geschäftsreise des Liebsten ans andere Ende der Welt während der Umzugsphase, fehlende Internetanschlüsse und Familienzuwachs geschickt neben einander her balancieren muss. Ich will gar nicht klagen, manchmal gibt es eben stressigere Zeiten im Leben und erfahrungsgemäß ist die Befreiung nach erfolgreicher Überwindung umso größer! Doch gleichzeitig gibt es schon Momente in denen ich mir trotz den hohen Anforderungen die ich mir selbst mache um alles möglichst schnell und perfekt über die Bühne zu bekommen, die Bremse reinhauen muss.

Denn, was bringt die annahende Erkältung, Verdauungsprobleme oder zu wenig Schlaf? Obwohl meine Ungeduld (natürlich geschürt durch die Vorfreude auf die Änderungen) alles auf einmal machen möchte, nehme ich mir bewusst etwas Wind aus den Flügeln und tue mir was Gutes. Was da hilft? Täglich etwas Yoga, eine heiße Tasse Kräutertee, Gewürzspekulatius (hab ich gestern bei Aldi entdeckt) und Ruhe. Somit versuche ich die nächsten Wochen zu überbrücken, vernachlässige meinen Blog etwas und bin dann im Anschluss wieder mit neuer Energie bei der Sache.

Habt eine gute Zeit und passt auf euch auf, dass euch der Herbstblues nicht packt 🙂

Katzenschnupfen

Wie in meinem Blog zu erfahren ist, bin ich a) ein sehr tierlieber Mensch (Wie Haustiere zum Wohlbefinden beitragen) b) hatte ich selbst immer wieder Haustiere und auch schon so manches mit ihnen durchgemacht (Geliebt- Vermisst- Gefunden?).

Meine sensible Mieze kommt von einer Tierschutzstelle und wurde seit Einzug bei uns nie richtig gesund. Sie hustete, hatte Augenausfluss, nahm nicht zu und alle Medikationsversuche blieben erfolglos. Diagnose : FIV (Felines Immundefizienz- Virus) oder auch als Katzenaids bekannt. Das heißt unsere Maus hat ein sehr schwaches Immunsystem und ist deshalb extrem empfindlich bei “normalen Infektionen”, kann nicht mehr geimpft werden, verlor alle Zähnchen, hat eine chronische Hals-/Rachenentzündung und es gibt medizinisch keine Möglichkeit die Erkrankung zu heilen. Wie auch beim menschlichen Aids, ist dies kein Todesurteil, sondern vielmehr die Folgeerkrankungen durch das geschwächte Immunsystem. Unsere Katze ist mittlerweile 6 Jahre alt (und nun offiziell seit 4 Jahren FIV positiv). Sie hat ihre guten Tage, an denen sie viel raus geht, jagt, spielt und nicht kränkelt. Sie hat aber auch ihre schlechten Tage an denen sie knatschig wie ein krankes Kind anhänglich mauzend Zuwendung einfordert, kein Appetit hat, Schmerzen zu haben scheint und nur auf dem Arm ruhig wird. Schlechte Tage kommen meist nachdem sie bei kühlerem Wetter draußen war oder auch wenn es (psychischen) Stress gibt. Aktuell kommt beides zusammen, da wir einerseits bald umziehen (manche Kartons werden schon gepackt und sie merkt es bestimmt schon) und auch das Wetter frischer wurde.

Am Wochenende gab es so ein Katzenverwöhnprogramm (von dem mein kranker Freund nur träumen kann :D), was ziemlich gut geklappt hat. Denn schon heute geht es ihr viel besser und ich hatte das Gefühl ihr etwas von ihrem Leiden abnehmen zu können. Vielleicht habt auch ihr ein krankes Tierchen und könnt es nachvollziehen wie schwer es ist, diese Handlungsunfähigkeit abzuwarten. Vor allem wenn es um eine chronische Geschichte geht. Da klassische Medikation der Erkältungsanzeichen wie Antibiothikagaben und Co. in der Vergangenheit oftmals Nebenwirkungen bei unserer Katze ausgelöst haben bin ich nach und nach in Absprache mit dem Tierarzt auf Hausmittel umgestiegen. Was dem schnupfenden Mensch hilft, kann manchmal auch einer erkälteten Katze helfen. Deshalb berichte ich hier von meinen Gesundheitshelferchen und vielleicht sind sie auch für andere (Vierbeiner) wohltuend.

  1. Warmes Plätzchen. Ein Kirschkernkissen in der Mikro/Backofen erwärmen, dicke Decke drüber und Kätzchen darauf führen. Wenn es ihr gefällt, wird sie sich selbstständig hinlegen. Wenn nicht bitte keinesfalls dazu zwingen!!! Wichtig ist, dass es nicht zu heiß ist. Da meine Katze instinktiv immer schon die heißen Heizkörper im Winter aufsucht und sich direkt drauf liegt, diese aber (noch) ausgeschaltet sind, ist dies die Sommervariante, wenn es sonst schon angenehm warm ist. Wie auch kranke Menschen ist Wärme eine Wohltat für den fiebrigen Körper der mit einem Infekt kämpft.
  2. Wärme Milch mit Honig. Kein Witz, aber die Katzenversion des Klassikers kommt bei meiner Mieze sehr gut an. Man nehme: etwas Katzenmilch (laktosefrei!), heißes Wasser und etwas Honig. Umrühren bis Honig verlaufen ist. Mein Wasser: Milch Verhältnis ist 2:1. Wichtig ist, dass das Getränk nicht zu heiß ist, sondern zB am Handgelenk angenehm ist. Das gute an der Mischung ist, dass der kratzige Hals durch den Honig beruhigt wird und die Katze genug trinkt (unsere macht in Krankheitsfällen einen großen Bogen um Wasser).
  3. Weiches Futter. Abends bekommt die Katze bei uns immer Nassfutter. Dieses erwärme ich, indem ich etwas heißes Wasser dazukippe und dann gut vermische. Statt Stückchen gibts bei uns eh immer Pastete, was dann zu einem Matschigen Brei wird. Alternativ kann auch das Nassfutter in etwas Wasser eingeweicht werden. Bei Appetitlosigkeit hilft etwas Katzenmilch bzw das heiße Wasser (somit riecht das Futter intensiv). Gerade wenn der Patient sehr wenig isst und keine Fettreeserven hat, ist auch hier der erhöhte Aufwand das zaghafte Fressen wert.
  4. Viel Streicheleinheiten. Da unsere kleine Patientin dies auch regelrecht einfordert, vermute ich einfach mal dass ihr die Extraportion Zuwendung gut tut. Ausnahmsweise darf sie dann auch öfters auf den Schoß bzw. nah an mich ran liegen. Natürlich werden auch in solchen Phasen nicht alle Verbote über den Haufen geworden (sie darf z.B. trotzdem nicht beim Essen auf den Schoß, im Bett nur auf ihre Decke nicht auf die Bettwäsche,..), aber ich kümmere mich schon mehr um sie wenn sie krank ist.
  5. Verklebte Augen befreien. Typisch für Augeninfektionen ist klebriger Ausfluss, der den Bereich um das Auge verstopft. Die Katze versucht dies mit der Pfote abzubekommen, reibt am Auge und verschlimmert die Infektion. Alternativ mache ich etwas Kamillentee, tunke diesen (abgekühlt, noch lauwarm!) in etwas Watte, drücke diese aus und lege das warme Päckchen ein paar Sekunden aufs Auge. Anfangs hat dies unserer Katze nicht so gefallen, mittlerweile bleibt sie brav da und weiß, dass es dannach ein Leckerchen bekommt. Am Wattestückchen/-pad sind  anschließend schon lose Teilchen und das Auge verklebt weniger.
  6. Inhalieren. Bei Bronchitis und Husten hilft es das Kätzchen wärme Dämpfe einatmen zu lassen. Auch wenn verschiedene Heilmittel möglich sind, favourisiere ich die Inhalation mit einer normalen Kochsalzlösung. Dazu hab ich die kranke Mieze im Arm, sitze mit ihr am Tisch und vor uns befindet sich die heiße Salz-Wasserlösung. Über uns ist ein Handtuch ausgebreitet, sodass die warme feuchte Luft nicht entwischt, sondern direkt in unsere Näschen kommt. Eine ausführliche Erklärung gibt es hier. Bestimmt sind hier nicht alle Kätzchen so brav und bleiben auf dem Arm, weshalb die Inhalation auch im Transportkorb (hasst unsere Mieze so sehr , dass sie nicht rein geht) möglich ist, oder vielleicht in einem sehr kleinen Raum (z.B. Bad/Gäste WC).

Das sind unsere bewährten Hilfen gegen die typischen Erkältungssymptome. Natürlich sollte im Normalfall erst einmal der Gang zum Tierarzt gewählt werden um die individuell richtige Behandlung herauszufinden. Wie oben schon geschildert ist in unserem Fall der Tierarzt hier keine Hilfe, sodass die Hauspflege bislang immer gute Ergebnisse erzielen konnte. Wichtig ist mir auch noch zu sagen, dass das Leben mit einer FIV positiven Katze ja nun immer schwer vorherzusagen ist. Natürlich gibt es ein Wechsel von guten und schlechteren Tagen, wobei insgesamt die guten natürlich überwiegen. Trotzdem stelle ich mir immer wieder die Frage ob ich den Zeitpunkt erkennen werde, wenn wir unsere Katze von ihrem Leben erlösen müssen. Solange sie noch frisst, spielt und einen zufriedenen Eindruck macht könnte ich es nicht über das Herz bringen sie “einfach so einzuschläfern”. Dennoch weiß ich natürlich nicht wie schlecht es ist geht/ wie stark ihre Schmerzen sind. Es gibt auch heute leider noch viele (unwissende!) Tierärzte die bei einer FIV Diagnose (bitte nicht mit FeLV =Leukose verwechseln, die über Speichel übertragbar ist) zur generellen sofortigen Einschläferung raten. Dies ist wie sich unser Fall beispielsweise zeigt nicht erforderlich. Ganz im Gegenteil, unter guten Bedingungen kann eine FIV positive Katze trotz Ausbruch der Krankheit noch viele Jahre leben. Mehr hierzu auch dort. Übrigens ist Katzenaids nicht auf den Mensch übertragbar und auch die Artspezifische Übertragung unter friedlich lebende Katzen ist unwahrscheinlich, da diese über Blut (wie bei Territorialkämpfen bzw. Paarungsbiss) erfolgt. Ganz gezielt kann über diverse Tierschutzstellen bzw im Tierheim nach einer FIV positiven Katze gefragt werden. Mehrere kranke Tiere können so auch in Gesellschaft eine Chance auf ein Zuhause bekommen.

Habt ihr auch eine FIV + Katze/ Erfahrungen bei der Behandlung/ Lebenserwartung/ etc? Ich hoffe mit diesem Beitrag ein wenig aufgeklärt zu haben und vielleicht dem ein oder anderen etwas Mut gemacht zu haben, dass es doch noch Handlungsansätze als Dosenöffner gibt, wenn die moderne Medizin an ihre Grenzen stößt.

Du bist was du isst #Werbungistblöd

Weißer Strand, türkises Meer, lange glatt rasierte Frauenbeine, eine blonde Traummähne und der Körper eines Supermodels. Karibische Klänge, der große runde Strohhut und schwups das leckere Kokosteilchen verschwindet in  den, durch wohlgeformten Lippen umrandeten Mund der Beauty. Raffaelo. Nicht irgendeine Süßigkeit – nein weit gefehlt!- es geht um die Leckerei der wahren Strandschönheit und schon die ersten drei Töne der Werbemelodie lassen den Werbefilm innerlich abspielen.

Nur komisch: ich esse jetzt schon die halbe Packung, die Speckfalte im Sitzen am Bäuchlein, dass wirklich schon mal straffer war, will nicht schwinden. Die kurzen Beine sind immer noch stoppelig, weil das letzte Mal rasieren 3 Tage her ist und statt Meer und Sonne zeigt mir mein Bürotisch einen dicken Stapel Arbeit. Irgendwas habe ich falsch gemacht, oder was will mir die Werbung damit sagen?

 

Resumé

Als ich im März mit dem Bloggen anfing, hatte ich tausend Ideen wie es werden könnte, sollte, müsste. Mittlerweile bin ich etwas angekommen. Ich nehme mir den Druck heute/morgen etwas schrieben zu müssen, suche nicht verzweifelt nach mega interessanten Mainstreamthemen die in mein Genre passen, oder verkünstel mich in hoch geladenen Bildern. Die Statistik zeigt, dass es ein paar Menschen gibt die bei mir vorbei schauen, manchmal was Nettes hinterlassen und das freut mich. Mein Blog gibt mir die Möglichkeit, frei und kreativ zu sein. Nichts beweisen zu müssen. Es ist vielmehr eine recht anonyme Austauschplattform, bei der ich über In- und Output entscheide. Mein Blog ist weder besonders interessant, stylisch oder wichtig aber er wurde wie ein Hobby. Heute schaue ich  gerne ältere Beiträge an und sehe wie sich die Beträge und damit auch ich mich geändert habe. Inspiriert von den vielen anderen Blogs die ich hier gelesen habe, bekomme ich immer neue Ideen von Rezepten, über Do it Yourself Basteleien bis zu nachdenkenswerten Themen. Obwohl jeder für sich ist, fühl ich mich hier angekommen.

Damit danke allen die hier ihre Texte und Bilder veröffentlichen und natürlich die, die mir ein Feedback geben.